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PATIENT GESUNDHEITSWESEN
Mission 2030
Geleitwort Vorwort Herausgeber Vorwort Verlag Gedenken

Vorwort der Herausgeber

Im Jahr 2040 wird laut OECD das Medianalter auf 50 Jahre steigen und Deutschland wird das höchste Medianalter der Welt haben. Gleichzeitig wachsen die Möglichkeiten in Medizin und Pflege technologisch und organisatorisch kontinuierlich an. Wir stehen vor dem Dilemma, wie den künftigen Ansprüchen an das Gesundheitssystem, insbesondere die Möglichkeit für weite Teile der Bevölkerung am medizinischen Fortschritt teilnehmen zu können, begegnet werden soll.

Steht die Säule unseres Gesundheitswesens mit dem Generationenvertrag vor der Kündigung? Welchen Spielraum hat der Staatshaushalt überhaupt noch, wenn der diskretionäre Rahmen darin von 63 % im Jahre 1970 auf heute deutlich unter 10 % gesunken ist?

Es sind über 30 Gesundheitsreformen seit 1972 zu verzeichnen, die stets nur auf die Symptome reagiert haben und weitgehend keine Antwort auf die Zukunftssicherung unseres Sozialstaates geben. Der Medizinbetrieb mit der Gesundheit und der Pflege sieht sich jedoch kontinuierlich der Herausforderung ausgesetzt, mit ökonomischer Knappheit umgehen zu müssen und dabei den sozialen Anspruch zu gewährleisten, allen Bürgern soweit als möglich Zugang zu einer bestmöglichen Gesundheitsversorgung zu gewähren.

Wird ein Mehrklassensystem unsere Gesellschaft spalten, werden die Innovationen der Medizintechnik und Pharmaprodukte nur noch einer Minderheit zugutekommen können und wird der volkswirtschaftliche Nutzen der "Alten" zu einer fundamentalen ethischen Frage der Leistungsgesellschaft führen? Diese Fragen zu stellen heißt aber auch sich bewusst zu machen, dass das Gesundheitswesen ein enormes Wachstumspotenzial hat. Es ist sowohl sozial- als auch wirtschaftspolitisch einer der Zukunftsbereiche für den Standort Deutschland. Dabei gilt es, sich den ethischen Implikationen eines wachsenden Gesundheitswesens bewusst zu sein. Eine zukunftssichere Gestaltung und Organisation ist daher eine der Schlüsselaufgaben für die nächsten Jahre. Dabei gilt es bewusst die Frage zu stellen, wie "krank" unser "Patient" Gesundheitswesen ist und wie unsere Verantwortung aussieht, um die Antworten auf die vielen ungeklärten Fragen geben zu können. Mit der Sprache der Vergangenheit kann keine Zukunft beschrieben werden; erst recht nicht, wenn wir es nicht schaffen, das politische Periodendenken in ein gesellschaftliches Generationendenken zu überführen.

Um eine breite Diskussion in der Öffentlichkeit und in der Fachwelt zu begleiten, dient dieses Thesenwerk. Es versteht sich als eine iterative Initiative, die aus dem Basiswerk des vorliegenden Buches und einem begleitenden Dialog über ein Online-Forum für Experten, Politiker, Journalisten und die Öffentlichkeit besteht. Mit einer methodisch in dieser Weise noch nicht vorliegenden komprimierten Struktur, an Thesen orientiert vorzugehen, können wir wichtige Fragestellungen mit der Dreiteilung "These", "Hintergrund" und "Fazit" präzise adressieren und den Leser zum Weiterdenken anregen. Damit dieses Werk kein Meinungsbild einzelner Experten spiegelt, sondern das Thesenspektrum den Realitäten und den relevantesten im Kontext stehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht, beteiligen sich führende Analysten und Wissenschaftler mit ihrer jeweiligen Perspektive an dieser gesellschaftlichen Herausforderung. Es gilt in gemeinsamer Verantwortung die Zukunft zu gestalten - in der Gesundheitsversorgung, in der Pflege und vor allem mit den Patienten und den Leistungspartnern.

Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Oberender Prof. Dr. Jürgen Zerth Dr. Gerhard Brodmann